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EPS und Giropay – Zwei Systeme, eine Brücke zwischen Österreich und Deutschland

Österreichische und deutsche Flaggen nebeneinander mit Laptop im Hintergrund

Auf einer iGaming-Konferenz in Wien hat mich ein deutscher Kollege gefragt, warum er bei einem österreichischen Wettanbieter EPS sieht, aber kein Giropay. „Ist das nicht dasselbe?“ Nein, ist es nicht – aber die Verwechslung ist verständlich. Beide Systeme machen im Grunde dasselbe: Sie leiten den Nutzer von der Händlerseite zum eigenen Online-Banking weiter, um eine Überweisung in Echtzeit auszulösen. Der Unterschied liegt in der Herkunft, der Infrastruktur und den Details, die im Sportwetten-Alltag zählen.

EPS – Electronic Payment Standard – ist Österreichs nationales Online-Banking-Zahlungssystem. Giropay war das deutsche Äquivalent, getragen von den Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Deutschland. Beide Systeme entstanden unabhängig voneinander, mit ähnlicher Logik, aber unterschiedlicher technischer Umsetzung. EPS erreicht 2,5 Millionen österreichische Bankkontoinhaber, während Giropay den deutlich größeren deutschen Markt abdeckte. Für Sportwettende in Österreich ist die Unterscheidung relevant, weil einige internationale Wettanbieter beide Methoden anbieten – und weil die Kooperation zwischen den Systemen die Möglichkeiten verändert hat.

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Inhaltsverzeichnis
  1. So funktionieren EPS und Giropay jeweils
  2. Die EPS-Giropay-Kooperation: Was sich für Wettende ändert
  3. Welche Wettanbieter EPS und Giropay unterstützen
  4. EPS bleibt Österreichs Standard – mit oder ohne Giropay

So funktionieren EPS und Giropay jeweils

Wer einmal eine EPS-Einzahlung bei einem Wettanbieter gemacht hat, kennt den Ablauf: Bank auswählen, zum Online-Banking weitergeleitet werden, Transaktion per TAN bestätigen, zurück zum Wettanbieter. Giropay funktionierte nach exakt demselben Prinzip – nur eben mit deutschen Banken im Hintergrund.

Der technische Unterschied lag in der Infrastruktur. EPS läuft über die österreichische Bankenwirtschaft und wird von der PSA Payment Services Austria betrieben. Giropay wurde von der Giropay GmbH betrieben, einer Gemeinschaftsgründung deutscher Kreditinstitute. Beide Systeme nutzen die bestehende Online-Banking-Infrastruktur ihrer jeweiligen Banken, was bedeutet: Die Sicherheit entspricht dem Standard der jeweiligen nationalen Bankensysteme – in beiden Fällen hoch, PSD2-konform und mit Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Marktdurchdringung. EPS beansprucht 15 bis 18 Prozent aller Online-Zahlungen in Österreich – ein starker Wert für ein einzelnes nationales System. Giropay hatte in Deutschland einen geringeren relativen Marktanteil, weil der deutsche Zahlungsmarkt fragmentierter ist und Alternativen wie PayPal, Sofortüberweisung und Kreditkarten stärker genutzt werden. Für den Sportwetten-Kontext bedeutet das: EPS ist in Österreich die selbstverständliche Wahl, während Giropay in Deutschland eine unter mehreren Optionen war.

Aus Nutzersicht gibt es einen weiteren Unterschied, der im Alltag spürbar ist. EPS bietet dem Wettanbieter eine Zahlungsgarantie – sobald die Transaktion bestätigt ist, garantiert die Bank die Zahlung. Giropay kannte ein ähnliches Prinzip, aber die Umsetzung unterschied sich im Detail. Für Wettende ist die Zahlungsgarantie relevant, weil sie erklärt, warum EPS-Einzahlungen sofort gutgeschrieben werden: Der Wettanbieter muss nicht auf den tatsächlichen Geldeingang warten, sondern kann auf die Garantie vertrauen.

Die EPS-Giropay-Kooperation: Was sich für Wettende ändert

Hier wird es interessant – und etwas kompliziert. EPS und Giropay haben eine Kooperation etabliert, die grenzüberschreitende Zahlungen ermöglichen sollte. Die Idee: Ein österreichischer Kunde kann bei einem Händler, der nur Giropay akzeptiert, trotzdem per EPS bezahlen – und umgekehrt. Für den europäischen E-Commerce-Markt, der 2026 allein in Österreich ein Volumen von 13,8 Milliarden US-Dollar erreicht, ist das ein logischer Schritt.

In der Praxis bedeutet das für Sportwettende: Wenn ein internationaler Wettanbieter Giropay anbietet, aber kein EPS, können österreichische Nutzer unter Umständen trotzdem über die EPS-Giropay-Brücke einzahlen. Das funktioniert nicht bei allen Anbietern, und die Umsetzung hängt davon ab, ob der Wettanbieter die technische Schnittstelle für die grenzüberschreitende Variante implementiert hat. Aber die Möglichkeit besteht, und sie erweitert den Kreis der nutzbaren Wettanbieter für österreichische EPS-Nutzer.

Was sich allerdings geändert hat: Giropay wurde 2024 in Deutschland eingestellt. Die paydirekt GmbH, die Giropay zuletzt betrieb, hat den Dienst beendet. Für österreichische Wettende hat das eine überraschende Konsequenz: Die EPS-Giropay-Brücke verliert auf der deutschen Seite ihren Partner. EPS selbst ist davon nicht betroffen – das österreichische System läuft unabhängig weiter. Aber die Hoffnung auf eine breite grenzüberschreitende Nutzung hat einen Dämpfer erhalten.

Was bleibt, ist die Bedeutung nationaler Zahlungssysteme im fragmentierten europäischen Markt. EPS funktioniert für österreichische Wettende zuverlässig, und seine Position als Bindeglied zwischen Bankkonto und Wettanbieter bleibt auch ohne die Giropay-Kooperation stabil. Wer bei Banktransfermethoden für Sportwetten den Überblick behalten will, muss die Kooperation kennen – auch wenn sie in der Praxis an Relevanz verloren hat.

Welche Wettanbieter EPS und Giropay unterstützen

Die Frage klingt einfach, aber sie hat sich durch die Giropay-Einstellung verändert. Auf der EPS-Seite ist die Lage klar: Die grosse Mehrheit der in Österreich aktiven Wettanbieter akzeptiert EPS. Über 11.000 österreichische Online-Unternehmen insgesamt nehmen EPS an, und im Sportwetten-Bereich ist die Abdeckung hoch.

Auf der Giropay-Seite sieht es anders aus. Wettanbieter, die Giropay noch als Zahlungsoption aufführen, haben den Dienst entweder noch nicht aus ihrer Liste entfernt oder bieten einen Nachfolgedienst an. Für österreichische Wettende ist das weitgehend irrelevant – EPS deckt den heimischen Bedarf ab, und für den seltenen Fall, dass ein ausländischer Anbieter kein EPS akzeptiert, stehen Alternativen wie Sofortüberweisung oder PayPal zur Verfügung.

Was in der Diskussion oft untergeht: Die Zahlungsmethode allein sollte nicht den Wettanbieter bestimmen. Ich habe in meiner Laufbahn immer wieder erlebt, dass Wettende einen Anbieter nur deshalb wählen, weil er eine bestimmte Zahlungsmethode unterstützt. Das ist ein Fehler. Wichtiger sind Quoten, Wettangebot, Lizenz und Kundenservice. EPS ist bei praktisch allen relevanten österreichischen Anbietern verfügbar – die Zahlungsmethode schränkt die Auswahl kaum ein.

Ein praktischer Rat: Wenn Sie bei einem Wettanbieter nur Giropay sehen und kein EPS, probieren Sie es trotzdem. In manchen Fällen erscheint nach Auswahl von Giropay die Option, eine österreichische Bank zu wählen – ein Relikt der Kooperation, das bei einigen Anbietern noch funktioniert. Garantieren kann ich das nicht, aber ich habe es in der Praxis erlebt.

EPS bleibt Österreichs Standard – mit oder ohne Giropay

Die Giropay-Geschichte zeigt, wie fragil grenzüberschreitende Zahlungskooperationen sein können. EPS steht auf eigenen Beinen, geträgen von der österreichischen Bankenwirtschaft, genutzt von Millionen Kontoinhabern und fest in der Infrastruktur verankert. Für Sportwettende in Österreich ändert sich durch die Giropay-Einstellung im Alltag wenig bis nichts. EPS bleibt die Banküberweisung der Wahl, und die Frage „EPS oder Giropay?“ stellt sich für österreichische Wettende schlicht nicht mehr.

Ist Giropay dasselbe wie EPS bei Sportwetten?

Nein. EPS ist das österreichische, Giropay war das deutsche Online-Banking-Zahlungssystem. Beide funktionierten ähnlich, basierten aber auf unterschiedlichen Infrastrukturen. Giropay wurde 2024 in Deutschland eingestellt.

Kann ich als Österreicher Giropay statt EPS bei Wettanbietern nutzen?

Durch die frühere EPS-Giropay-Kooperation war das teilweise möglich. Nach der Giropay-Einstellung ist diese Option weitgehend entfallen. Österreichische Wettende sollten direkt EPS wählen, das bei den meisten Anbietern verfügbar ist.

Erstellt von der Redaktion von „eps Wetten“.